
Ach Zutaberg! Du schiener, blooer Hübel,
Du bist urnar a Wächter uf em Turm,
Du meld’st uns iglich Guttes, iglich Übel,
Du meld’st uns Rägen, Sunneschein und Sturm.
Wie uffte ha ihch nich gelinzt aus meinem Stübel,
Nach dir gelinzt und deiner Ohnefurm:
Denn warschte bloo, do kunnt ma Rägen spieren,
Und warschte groo, do gingen ber spazieren.”
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A Gartla muuß ma honn verr siech
Schien eigeteelt und ohne Viech
Gutt eigezehmt und ne zu gruuß
Doss ma sich ne obrackern muuß
Is ies zu wink a Blumrabatla
Schunn besser is a kleenes Gartla
Mit Beemla, Sträuchern und mit Bätlan
Mit Bluma, Grienzeug und mit Heetlan
An hinda eene Summerlaube
Do koan ma ausruhn wie an Taube
Ies schien, - do hoot ma viel zu tun
Zu groaba, jata und begissa
Denn die Suloate sool ne schissa
Wenns rahnt, do gieh ich nei eis Haus
Und sah vergniecht zum Fanster naus
Do sools doch watern an au blitza
Doas koan ju bluus mem Gartla nitza
Denn Rahn muuß sein, und Sunnaschein
Do koan dann olles gutt gedeihn
An au derr Wind dar darf ne faaln
Sust konnste tube Blieta sahn
Dos andre macha Binn an Hummeln
Die sich dann uff da Blieta tummeln
Die summa und die fliega rimm
Vu vorne har bis hinda nimm
Und lohn sich vu kemm Menscha schtiern
Die wulln doch kene Zeit verliern
Aus damm wert dann, siehs eene Pracht
Dar schiene Honig draus gemacht
An frieh, wenns nooch ganz duuster ies
Do sah ich naus, wie`s Water ies
Is Fanster mach ich uuf ganz leise
Do pfefft oo schunn die erschte Meise
Die huppt dan ei memm Gartla rimm
Und sitt sich schunn nooch Wermlan im
Die Laubehoa ich austaffiert
mit Bluma, wie sichs doch gehiert
An uff dos Daach an Waterfoane
Mit am geschnitzta Gockelhoane
Do sah ich wu derr Wind har kimmt
Und wie is Water sich benimmt
Doas ies dann meine klene Welt
Die mich da hier zusomma hält.
"Dodoowa been ich derhaime"
Nammt a Stecka ei de Hand,
Lott ons of de Barje steija!
Satt, wos fier a Wonderland
Onsa Aacha sich tutt zeija!
Leit's nie donda heegebrätt,
Wie a hibsch gemostert Tichla?
Oawer goar, wenn ainer hätt
Oofgebleetert's Belderbichla?
Dodoowa been ich derhaime,
Wuu zengstrem Barje stehn.
Mai Groofschoft, mei ainzije, klaine,
Du Ländla, wunderscheen!
Eich bei a Graußknaicht vau alem Schlaag,
Eich schoff und schuffte a ganze Taag.
Eich huo kenn Sunntich is ganze Jauhr
Froet ock meen Poer, 's wirklich wauhr.
Zwee Sackvell truo eich uff eimuol weg,
A stärksten Kerle, eich schmeeß'n ei a Dreck.
Maukleißol aß eich dree Schissoln uff,
En Rinken Klaublichwurscht noch aubendruff,
Und Laderhausen, die huo eich au,
Und Taubak schnupp eich, 's ie halt asau.
Mei Vuoter seelig kunnts au nie laun,
Und eich bei ebens see eenz'ger Sauhn.
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Jeder Mensch, woher er auch mag stammen,
Redet gern, wie ihm der Schnabel wuchs.
Doch wenn er mit "Höhern" kommt zusammen.
Wird er vornehm und besinnt sich flugs.
Denn der Dialekt paßt nicht für jeden,
sagt er sich teils ängstlich, teils mit List,
Aber wir wolln jetzt mal "Schlesisch" reden,
Wie der Schnabel uns gewachsen ist.
Assa, trinka, schloofa, stiehn und sitza
Sagt bei uns der Mensch, der sich nicht ziert.
Renna, loofa, liega, friern und schwitza,
Das wird hier von jedermann kapiert.
Essen, trinken, schlafen, stehn und sitzen
Ist auch in der Schläsing täglich Brauch;
Rennen, laufen, liegen, friern und schwitzen
muß der "Usinger" wie andre auch.
Wischt er die Nase sich, so ist's die "Noase",
Läßt er sich einen Zahn ziehn, ist's "derr Zoahn",
Schießt einen Hasen er, so ist's "derr Hoase",
Die Frau, das ist "die Froo", der Mann "derr Moan".
Uba, unda, haußa oder hinne
Bringt der Schlesier sein Dasein zu;
Kommt er nicht hinaus, so steckt er drinne,
"Trübetimplich" ist er, doch auch "fruh".
"Mucksch" ist er mitunter, "mieseldrähtig",
"Eppsch" tun kann er, wenn ihn was verdrießt,
"Freindlich" kann er sein, jedoch auch "grätig",
Wenn er hustet, "kuuzt" er, dieses "Biest".
Liebt er ein "Madel", nennt er sie "is Schatzla",
"Mei Schamster" sagt zu ihm das junge "Blutt";
Umhalst er sie und gibt er ihr "a Schmatzla",
Spricht leise sie zu ihm: "Iech bien derr gutt!"
Ist die Liebe dann soweit gediehen,
Daß 'ne Heirat draus wird, macht er "Huxt",
Möglichst wenn im Mai die "Beeme bliehen",
Und da wird getanzt, "geteebst", "gejuxt".
"Kließla" gibts von frischem "weeßnem Mahle",
"Sträselkucha", Sauerkraut und "Krien"
und "derr Bräutjam" spricht zur Braut: "Na, Ahle,
Is's uff inser Huxt nich wunderschien?"
Doch später, da gibts "Surga monch Gebindla",
Do wird "is Köppla" schwer "als wie a Kerbs"
Und wenn "derr Seeger" schlägt "is letzte Stündla"
Spricht er: "Ju, ju, iech gieh jitz uff a Sterbs".
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Wenn alles, was zu dichten und zu schreiben
ich je versucht auch müßte untergehn
im Strom der Zeit und ihrer Stürme Wehn -
die schlesischen Gedichte werden bleiben,
weil sie entsprossen treu aus der Natur
und heimisch sind auf heimatlicher Flur.
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Immer denk ich on derheeme on die Schläsing lieb und traut,
bunte Wiesa, griene Bäume, wies der Herrgott hingebaut.
Uff der Kunrodstoler Seite guckts Kapella weit ins Land,
links derhinga liegt de Leite, rechts dervier der Kullerrand.
Und dos Liebersdorf grißt rieber, Liebersdorf und's Kiepalooch,
bis zum Uksakuppe rieber zieht dar schworze Grubarooch,
drunda liegt eim breeta Toole Salzbrunn schmuck und wunderschien,
und eim letzta Sunnastrohle glänzt doos "Schlessla Ferschtensteen"
majestätisch reckt durthinga inse Huchwald stulz sei Haupt,
niemand tut sei Liedla singa vu "des Waldes Grienumlaubt".
Wurzelbarg du ala Knucha, du läßt dich beschwerlich giehn,
doch ich denk, eim sauerm Luche, muß doch bal derr Springuff bliehn.
Guldner Frieden, Rebockschenke, wie mich dos noch immer juckt,
und ich sah a Kliema Willem, wie a ei die Diele spuckt.
Und ich sah a Friedrich Fritze hindarm Lodatische stiehn,
an Zigarre a poor Witze, und donn konnste wieder giehn.
Alles dos, wie weggerissa,
nee, su konns ju gor nee blein.
Lust Euch Alle recht schien grießa,
blus nochmol derrheeme sein.
Oam Kachelufa ganz entlang
do stoand die aale Ufabank.
Dervor a bunter Vorhang hing.
Die Banke woar a praktisch Ding.
Die Teppe, wie die eiser'n Pfoanna,
die foanda Ploatz durt wie die Koanna.
Ma soag doas Zeug ne, doas woar kloar,
weil oalles hingerm Vorhang woar.
Doch uf dar Bank, dam woarma Platzla,
do soassa Oma und doas Katzla.
Besondersch wenn doas Waater schlecht,
woar beeda dieser Ploatz siehr recht.
Die Oma warmte sich a Ricka
und toat durt ganne Strimpe stricka.
Und dernaba ihre Koatze
bewegt' doas Wullkneul mit dar Toatze.
Die Ufabanke woar a Ding,
oan dam derheeme jeder hing.
Fier ihre Dienste soag ich danke
inserer ala Ufabanke.
Oals ich die Heimat hoab besucht,
do hoab ich au oan sie geducht.
Oals ich ei insrer Kiche stoand,
die Ufabanke nimme foand.
Die Koatze is schunt lange tut,
die Oma uf dam Karchhof ruht.
Weil sich verändert hoat die Welt,
ma die Erinn'rung gern behält.
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Im Wenter, wenn`s oft stermt on schneit,
Wenn`s watern tut wie ne gescheit,
Wenn`s Wendsweha schmäßt bis os Fanster ron,
Doß ma oft ne naussahn kon,
On is derzu gor schrecklich kalt,
Doß ma kenn Hund naustreiba tut:
Jo, do is om schiensta of der Ufabank,
Wenn dos Pfeifla briet, do wird die Zeit ne lang.
Wenn dos Feier prasselt, is eim Stiebla worm,
Do kons watern, doß es Gott erborm.
On setzt ma dann recht schien beisomm`,
On is Gemietlichkeit gekomm`n,
Do wird derzählt on Spaß gemacht,
Manchmal bis zu metternacht.
Der Kaffeetop stieht ei dam Rär,
On wer will, der schenkt sich halt ei,
On do setzt ma sich halt of die Ufabank,
Denn beim Kaffeetop, do werd die Zeit ne lang.
Wenn dos Feier prasselt, is eim Stiebla worm,
Do kons watern, doß es Gott erborm.
Of der Welt, do is halt imm`r asu,
Do gahn die Leut`halt kene Ruh;
A jeder, dar will halt wos bessers sein,
On a beldt sich gor viel ein.
Do is om besta, `s Pfeifla har,
On ma lacht sich halt ens derzu;
Denn om schiensta is halt of der Ufabank,
Wenn dos Pfeifla briet, do werd die Zeit ne lang.
Wenn dos Feier prasselt, is eim Stiebla worm,
Do kons watern, doß es Gott erborm.
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Der erschte Schultag wor gekumma.
Die Mutter hotte, ganz geruhrt,
ihr Jongla bei der Hand genumma
on zo der Schule hiegefuhrt.
Jetzt soß se ganz alleen derheeme
on machte schun `n langa Hols,
ob denn dos Honsla nee bal keeme -
a wor halt doch ihr ganzer Stolz.
Nu endlich kom har em die Ecke
on zo der Türe reimarschiert
a neia Zeeker stromm om Recke,
wie`s für en Schüller sich gehiert.
"Nee", bormt die Mutter, "nee, ihr leite,
asu lang wor mei Honsla fort!
Derzähl` ok glei, wie worsch denn heite,
wos hot der Lehrer denn gesort?"
"Jo", meente Hons, "dos ward wull plocha,
wenn ick a ok verstanda hätt`!
Du warscht a müssa salwer frocha;
met ons hot har ok "biemisch" geredt."
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Wenn alles, was zu dichten und zu schreiben
ich je versucht auch müßte untergehn
im Strom der Zeit und ihrer Stürme Wehn -
die schlesischen Gedichte werden bleiben,
weil sie entsprossen treu aus der Natur
und heimisch sind auf heimatlicher Flur.
Laß dich an diesen späten Sommerabend
Den Hang hinauf und zu den reifen Feldern führen,
daß uns ihr altes Gold noch einmal leuchte,
der Erde Ruhm; Dank soll und Abschied ihm gebühren.
Laß uns den Duft des Kornes noch einmal Spüren
Und still die Ernte schwere Herrlichkeit besehn,
die vollen Ähren, die in keinem Hauch sich rühren –
denn morgen kann der Wind schon überdie Stoppeln gehen.
Komm, tu mit mir noch einmal, eh`s in Nebel schwand,
den letzten Gang durch herbstberührtes Abendland.
Ihr kinnt se sahn juhraus, juhrein
eim Ziedertoale raus und rein.
Vu Zeit zu Zeit, doas muß ma soan,
do isse schunn ganz schien gefoahrn;
jedoch mir wissa’s ganz genau,
die ihs auch monchmal siehr, siehr flau.
Die ganze Schuld, ma koan doch schlissa,
hot wull der Winter om Gewissa.
Dar hot die Ziederboahne soat
Und ufte schun zum Norrn gehoat.
Wenn’s nämlich stebert
und wenn’s schneit,
do giehts ne lange ne weit.
Ei Olbenruf, dort uba druba,
do kimmt se mühsam oageschuba.
Doas gieht asu; wie olle wisa,
bis ei de Stoadt mit Hindernissa.
Der Schnie, dar recht ei Barthelsdruf
bis zu der Feueresse nuff.
Die zwee Maschinlan tun sich schinda,
`s gieht ne noah vurnem ne noah hinda,
der Heizer flucht, die Schipper schwitza,
der Zug, der sitzt und bleibt au sitza;
der Schnie, der tutt a Weg versperrn,
war nitfoahrn weil, muß warta lern.
Wam groade ne vorm Woarta graut,
der koan ja sitza blein, bis`s taut.
Doas eene ihs bluß schien und gutt,
die Dörfler hoan no ruhig Blutt;
die loon sich ne Müh ` verdrissa,
au wenn sie schließlich loofa missa.
Ihr Leute, mit der Ziederboahn
do müßt ihr schun Verständnis hoan,
die fährt ju sust zu jeder Zeit,
doas heeßt natürlich, wenn`s schneit;
und kimmt se au`Stunde später,
ma macht ne glei a Mordsgezeter,
ma singt au ne glei Kloagelieder,
zum Summer fährt se sicher wieder;
Ich garantier`, vo Oanfang Mai,
bis weit ei a Oktober nei.
Die ihs schun gutt, de Ziederboahn,
mir brauchta bluß kenn Winter hoan.
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Neulich but a Handelsmoan
Menner Froo a Tieschtuch oan.
Ich koam derzu und meente bissig:
„A Tieschtuch ihs ganz überflüssig!“
Doo soate jer ufdringlich und zäh:
„Überflüßig? Warum denn, hä?“
A schienes Tischtuch hoan doch heute,
denk ich olle bessern Leute!
Doo soate ich mit heiser Stimme:
„Mir sein keene bessern Leute nimme!
Mir braucha wirklich su en Wiesch nich!
Mir hoan ju ken Tisch!
A kimmt eim Durfe runder
wie sunst noch nie
Doas ies a reenes Wunder,
A kimmt zu frieh!
A kimmt mit sein`m Hunde.
Nu doo! Nu doo!
Zu frieh`n vulle Stunde.
Schuld is de Froo.
Krach hoan se bis im achte
Mitsoamm gehoat.
Doo schlich a naus ganz sachte.
A weeß sich Roat.
Zum Wächterhäusla loofa
Ar und sei Hund.
Durt kinn se ruhig schloafa
Wie moanchmal schunt.
Und wird heut nich gefiffa,
Doo schlooft ock su.
Doas hoat`r wullt begriffa:
„Där Moan braucht Ruh!“
Grußes Schlachtfest woar gewast;
Endlich woar derr Obend doo.
Olle Kotza wurda groo
Und der Kolle kruuch eis Naast.
Vuulgesackt sei Bäuchla woar;
Denn a hotte gutt gestuppt
Wellfleesch, Wellwurscht, Plimpelwurscht,
Viel getrunka und gesuppt,
Wie`s halt ies onn sichta Taga,
Obends leit eem oll`s eim Maga.
Kolles Maga, dar woar vuulgesackt
Und dam Kolle woar nich wuhl.
Die Nacht woar schworz wie Pech und Room.
A Käuzla uff`m Dache rief,
Und wie derr Kolle endlich schlief,
Doo hott`a goar` n biesa Troom:
Ging derr Wind eim Uwarühre,
Kloppt woas onn die Stubatüre,
Koama lauter; ees, zwee, drei -
Lauter fette Schweinla rei.
Woar a ganzes Uufgebiete,
Hotta lange Messer miete.
Lauter Schweinla, lauter fette,
Koama uff zwee Benn geloofa,
Koama olle
Bis onns Bette,
Wu derr Kolle
und toat schlofa.
Finga olle oan zu singa,
Stonnda doo und zeigta olle
Lauter blanke Masserklinga:
Kolle, Kolle, Kolle, Kolle,
Kolle, du werscht jitz geschlacht`t
Und aus dir werd Wurscht gemacht!
Jitz fing doas Erschte oan zu sprecha:
“Nuck nuck, merr warn a bale Stecha!”
Und wie doas Erschte und hotte gered`t,
Doo meente doas Zweete: ”A ies hibsch fett,
Doo denk iech wull, doo wärsch is beste,
Merr machta Wurscht, und zwoar gepreßte!”
Doo meente doas Dritte:”`s ies gutt, `s ies gutt,
Surgt ock ferr Blutt!”
Jitz sproach doas Erschte: “Woas mach merr denn aber
Mit dan Nierlan und mit dar Laber?”
Doas Zweete sproach:”Doas macht keene Mühe,
Doas kimmt oll`s ei die Brühe”
Und doas Dritte sproach: “Macht ock errscht kee Gelärme,
Surgt ock ferr Därme!”
Doo finga se olle zu grunza oan:
“Därme werd a wull salber hoan!”
Und wackelta olle mit ihra Rüsseln:
“Surgt ock ferr Schüsseln, surgt ock ferr Schüsseln.”
Und doas Erschte sproach: “Merr warn ins setza:
Masser wetza, Masser wetza!”
Und wie se und hotta die Messer geschliffa,
Doo meente doas Zweete: “Jitz zugegriffa.
Hie gibt`s errscht kee Aber und kee Wenn,
Merr nahma`n bale bei a Benn.
Ees nimmt a beim linka, ees nimmt a beim rechta.
Mier beeda haln a, ihr beeda stecht a!”
Doo wurde dam Kolle ganz angst und bange,
A loag und wond sich wie`n Schlange,
A grief nooch derr Lompe,
A grief noch`m Tochte,
A flug aus`m Pochte.
Und wie a naberm Bette loag,
Doo wurd`a munter und erschroak.
Nee, duchts´a, nee, kunnd`s tülscher sein,
Ma kunnde jitz schunt`n Bluttwurscht sein.
A grief sich onn die Uhrn, a grief sich onn die Beene,
Nee Gott sei Dank, a woar noch keene.
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Is hoot schunt tagelang geschneit.
Der Schnie lait dick, dar Schnie lait weit.
Ma koan nich mieh ei olle Ecka
sugoar die Eisaboahn blieb stecka,
derr Schnieflug fährt eim Dorfe nunder,
Is doas a Wunder?
Doas kleene Haus der Groabs`-Marie,
doas steckt gur siehr eim hucha Schnie.
Ma sitt erscht keene Türe.
Die Fansterla, die viere,
die hoot derr Wind gutt eigepackt.
Doas ganze Häusla is versackt.
Zum Friehjuhr, wenn die Sunne kimmt,
bestimmt doas Durf eim Wosser schwimmt.
Poßt uf, derr Schnie werd Montsche,
na, doas gibt a Gepontsche!
Doas Wosser stieht eim ganza Urt,
dann schwimmt doas schiene Häusla furt,
ju, üm doas Häusla ies geschahn -
ihr werd`s ju sahn!
Doch wenn doas Häusla nich zerrgieht,
wenn`s uf semm Plotze feste stieht,
wenn`s nich zerrweecht und standhoaft bleit,
nee, wie sich doa die Groabs`n freit.
Doa lacht dann die Marie:
Ock furt, du bieser Schnie!
- - - Oelsebach-Hannes - - -
In jedem Land, in jedem Ort
da gibt es ein bestimmtes Wort
an dem man, wenn man es nur nennt,
sofort den Eingeborenen erkennt.
In Hamburg , z.B. beim Reeperbahnbummel,
grüßt man einander mit "Hummel Hummel"
und am Rhein tönt von jedem Eck,
der frohe Ruf," na, da biste jäck!"
In Breslau im a Gabeljerge,
da gibt's nichts anderes als" DU Lerge"!
Du Lerge,Mensch, das hat ein´Sinn,
da liegt vielleicht Musike drin.
"Arme Lerge" sagt man bei Kummer und Schmerzen
und "feezige Lerge" beim Lachen und Scherzen.
Beim Biertisch beim Kascheln, beim Schnicken, beim Tanzen,
das Lerge-Wörtel kennt keine Instanzen,
und seien die Kerle auch klein wie die Zwerge
das erste und letzte ist immer "Du Lerge".
In Genua warsch´in eim Speisehaus,
ich kumm nei, zieh mir die Jacke aus,
dann setz ich mich an a Tisch und warte.
Der Kellner bringt mir die Speisekarte.
Ich sag italienisch:" Momento Signore,
ich möchte Spaghetti und Pomodore.
Ein Vino blanco und ein Koteletti,
ein Frikadelli und Zigaretti.
" Los Tempo, Signori, Lerge, mach schnelle!"
Aber der rührt sich nicht von der Stelle:
"Mensch" spricht er, " hier doch bloß uff mit dam italienischen Gewerge,
ich bin doch ooch aus Breslau du Lerge!
"Na, sehn`Sie, da hatten sich in fünf Sekunden
zwei echte schlesische Lergen zusammengefunden.
zur Verfügung gestellt von W. Nöbel
War einst ein Glockengießer
Zu Breslau in der Stadt,
Ein ehrenwerter Meister,
Gewandt in Rat und Tat.
Er hatte schon gegossen
Viel Glocken, gelb und weiß,
Für Kirchen und Kapellen,
Zu Gottes Lob und Preis.
Und seine Glocken klangen
So voll, so hell, so rein;
Er goß auch Lieb' und Glauben
Mit in die Form hinein.
Doch aller Glocken Krone,
Die er gegossen hat,
Das ist die Sünderglocke
Zu Breslau in der Stadt.
Im Magdalenenturme,
Da hängt das Meisterstück.
Rief schon manch starres Herze
Zu seinem Gott zurück.
Wie hat der gute Meister
So treu das Werk bedachtl
Wie hat er seine Hände
Gerührt bei Tag und Nacht!
Und als die Stunde kommen,
Daß alles fertig war,
Die Form ist eingemauert,
Die Speise gut und gar;
Da ruft er seinen Buben
Zur Feuerwacht herein:
"Ich lass' auf kurze Weile
Beim Kessel dich allein.
Will mich mit einem Trunke
Noch stärken zu dem Guß
Das gibt der zähen Speise
Erst einen vollen Fluß.
Doch hüte dich, und rühre
Den Hahn mir nimmer an,
Sonst wär' es um dein Leben,
Fürwitziger, getan!"
11. Der Bube steht am Kessel,
Schaut in die Glut hinein:
Das wogt und wallt und wirbelt
Und will entfesselt sein,
Und zischt ihm in die Ohren
Und zuckt ihm durch den Sinn,
Und zieht an allen Fingern
Ihn nach dem Hahne hin.
Er fühlt ihn in den Händen,
Er hat ihn umgedreht;
Da wird ihm angst und bange,
Er weiß nicht, was er rät'.
Und läuft hinaus zum Meister,
Die Schuld ihm zu gestehn,
Will seine Knie umfassen,
Und ihn um Gnade flehn.
Doch wie der nur vernommen
Des Knaben erstes Wort,
Da reißt die kluge Rechte
Der jähe Zorn ihm fort.
Er stößt sein scharfes Messer
Dem Buben in die Brust,
Dann stürzt er nach dem Kessel,
Sein selber nicht bewußt.
Vielleicht, daß er noch retten,
Den Strom noch hemmen kann:
Doch sieh, der Guß ist fertig,
Es fehlt kein Tropfen dran.
Da eilt er abzuräumen,
Und sieht, und will's nicht sehn,
Ganz ohne Fleck und Makel
Die Glocke vor sich stehn.
Der Knabe liegt am Boden,
Er schaut sein Werk nicht mehr:
Ach Meister, wilder Meister,
Du stießest gar zu sehrl
Er stellt sich dem Gerichte,
Er klagt sich selber an,
Es tut den Richtern wehe
Wohl um den wackern Mann.
21. Doch kann ihn keiner retten,
Und Blut will wieder Blut.
Er hört sein Todesurteil
Mit ungebeugtem Mut.
Und als der Tag gekommen,
Daß man ihn fährt hinaus,
Da wird ihm angeboten
Der letzte Gnadenschmaus.
"Ich dank' euch", spricht der Meister,
"Ihr Herren lieb und wert;
Doch eine andre Gnade
Mein Herz von euch begehrt:
Laßt mich nur einmal hören
Der neuen Glocke Klang.
Ich hab' sie ja bereitet,
Möcht' wissen, ob's gelang
Die Bitte ward gewähret,
Sie schien den Herrn gering;
Die Glocke ward geläutet,
Als er zum Tode ging.
Der Meister hört sie klingen,
So voll, so hell, so rein!
Die Augen gehn ihm über,
Es muß vor Freude sein:
Und seine Blicke leuchten,
Als wären sie verklärt;
Er hat in ihrem Klange
Wohl mehr als Klang gehört.
Hat auch geneigt den Nacken
Zum Streich voll Zuversicht;
Und was der Tod versprochen
Das bricht das Leben nicht.
Das ist der Glocken Krone,
Die er gegossen hat,
Die Magdalenenglocke
Zu Breslau in der Stadt.
Die ward zur Sünderglocke
Seit jenem Tag geweiht;
Weiß nicht, ob's anders worden
In dieser neuen Zeit.
Wenn ich heute Dir woas wünsche
Sulls ock bluß doas eene sei:
Immer a recht fruh Gemitte
Und doas Harz voll Sunneschein!
Wras ma Glücke heeßt eim Läben
Und im woas bearmt und surgt
Nimmt zu risch a bieser Winde weg -
' s ist ju olles ock geburgt-
Doderwägen winsch ich nichte
Wie Dei Harz vull Sunneschein
Und su recht a fruh Gemnitte
Doo koan duch kee Wind nich nein --
Biegt ma uff am langa Wäge
Im ne neue Ecke rim
Tutt ma wull a brikel roasta
Und ma sitt sich amoal im.
Heute sist de ooch zurücke
Denkst: Ich hoa's duch weit gebrucht
Doß dar Wäg su lang wird wärden,
Hätt ich wärklich nich geducht!
Steeenich woar a ufft und hulprich
Stellweise zwoarscht ooch schien
Gellock hä zurücke mechste
Duch beleibe nimmeh giehn?
Gieht`s ooch noch a Stückla wetter
Ges duch aber ist gewiß:
Im a Obend gieht sichs besser
Wenn ma gleich ang müde is.
Gieht hernooch dar Wag zu Ende
Wenn de sunne undergieht
Und doas T ur zur grußa Heemte
Noahnde, uffen vier dir steht
wird St. Petrus freundlich sprecha
Gelt, du kimmst recht gerne oan
Na kumm rei du langegeester
Wandermüder Pilgermoan
((( diese Vers kann man auch weg lassen )))
Duch bis hurthien gieht recht staate
Nimm der och gehierig Zeit
Und ich / wir wünsche / n recht vu Harzen
's wäre noch a brinkel weit.
Möchta uff dar Weiterreese
Dir recht viele Bluma bliehn
Doß de soan mußt: Im a Obend
Gieht sich's wärklich irschte schien!"
Der Zutaberg (Zobtenberg) |
Publizierungsstand dieser Seite: Sonntag, 14. August 2005