Entwicklung Schlesiens

Verschiedene Zusammenhänge in den Dorfgemeinschaften, der Erschließung des Landes und Besiedlung mit verschiedenen Erwerbs- und Berufsgruppen in bestimmen Regionen wird besser verständlich wenn wir uns mit der Geschichte des Landes befassen. Aus einem Buch von 1913 das als unveränderter Nachdruck durch den Weltbild Verlag neu aufgelegt wurde zitiere ich aus dem 1. Kapitel einige Besonderheiten Schlesiens. ISBN 3-8289-3135-9

>> Die Bestandteile des preußischen Staates sind keine willkürlich gebildeten Verwaltungsbezirke, sondern ursprünglich kulturell selbständige Organismen, die, eine gewisse Eigenart bewahrend, aus ihrem Anschluss an ein größeres politisches Gemeinwesen neue Kräfte schöpfen. Gerade diese Eigenart kommt dann wieder der zentralen Machtentwicklung zugute und sichert ihr wie in keinem anderen Staat eine beispiellose Vielseitigkeit der Kulturbetätigung. Während sich die westlichen und südwestlichen Grenzmarken meist ohne geographisch bestimmte Scheidung den Einflüssen hochentwickelter Nachbarnationen willig öffnen, bilden die östlichen und südöstlichen Provinzen einen festen Wall gegen die Einwirkungen rasseverschiedener Völkerschaften, der Slawen, Mähren und Tschechen. Wohl geraten sie von Zeit zu Zeit in eine vorübergehende Abhängigkeit von ihren mächtigeren Nachbarn, aber der stets sieh erneuernde Zustrom Stammverwandten Deutschtums erhöht ihre Widerstandskraft und schützt wenigstens ihre kulturelle Eigenart, bis sie infolge geschichtlicher Tatsachen den natürlichen politischen Anschluss finden. Den unter dem Namen Schlesien zusammengefassten Landesteilen ist in diesem Entwicklungsgang eine besonders bedeutsame Rolle zugefallen, zu der sie ihre geographische Lage und ihre Bodenbeschaffenheit vorherbestimmten. "Die Eigentümlichkeiten eines Grenzgebietes treten gerade in Schlesiens Bodengestalt recht auffallend hervor. Nicht genug damit, dass in dieser Provinz die beiden Gegensätze des Tieflandes und des Mittelgebirges sich teilen, auch in dem Bau des Gebirges selbst treffen hier die wesentlichen Unterschiede zusammen, welche den Boden des europäischen Kontinents zum mannigfachst gestalteten Stück der ganzen Erdoberfläche machen."

Die Wasserscheide zwischen den Gebieten der Donau und der Oder sind in der südöstlichen Ecke die Beskiden, nördliche Ausläufer der Karpaten, die durch den Jablunka-Paß und die Mährische Pforte die Verbindung Schlesiens mit Ungarn vermitteln. Dagegen bilden die in ihrer Gesamtheit als Sudeten bezeichneten Gebirgskämme alpinen Charakters einen schwer zugänglichen Grenzwall gegen Böhmen von der Mährischen bis zur Lausitzer Pforte. Jenseits der preußischen Grenze, aber mit seinen Vorhöhen hart an ihr hinstreifend und die Quellen der oberschlesischen Flussläufe umschließend, erhebt sich mit vereinzelten Kuppen, sonst sattelartig verlaufend, das waldbedeckte Altvatergebirge, nach Nordosten hin mit der Hockschar und dem Glaserberg in den Habelschwerdt-Glatzer Talkessel hinüberschauend. Das Schneegebirge, das Adlergebirge mit den vorliegenden Habelschwerdter Höhenzügen, das Reichensteiner und die Ausläufer des Eulengebirges umgrenzen hier ein von der Neiße und ihren Nebenflüssen in Taleinsenkungen gegliedertes Rechteck, dem seine Abgeschlossenheit von jeher eine eigenartige Kulturentwicklung zuwies. Den Charakter eines vorliegenden Parallelzuges des Riesengebirges annehmend, greift das Eulengebirge, von der Hockschar südlich begleitet, nach der Waldenburger Senkung hinüber, während das Raben- und Katzbachgebirge schon die Talmulden des Riesengebirges nördlich abschließen. Das Riesengebirge mit seinem Ausläufer, der hohen Isar, bildet die mächtige, nur von wenigen Kammpässen durchbrochene Grenze gegen Böhmen.

Eine charakteristische Eigentümlichkeit des gesamten Sudetenzuges stellen die vereinzelten Bergkuppen dar, die, von seiner Hauptmasse losgelöst, wie Vorposten in die Ebene hineinragen und in der Geschichte Schlesiens meist eine bedeutsame Rolle spielen: der Rummelsberg, der Zobten, der Spitzberg, die Landeskrone und die Königshainer Höhen. Nach Osten hin wird die polnische Grenze durch die zerstreuten Züge der oberschlesischen Muschelkalkplatte, besonders durch die Tarnowitzer Höhen markiert, als deren Ausläufer sich der Annaberg darstellt, während das Katzengebirge bei Trebnitz und die Dalkauer Berge bei Glogau unbedeutende Qürriegel bilden.

Die Bodenschätze dieser gesamten Gebirgsformation sind von einer Mannigfaltigkeit, wie sie kaum ein anderer Teil Deutschlands aufzuweisen hat. Für Oberschlesien ist die Förderung von Blei- und Silbererzen in Beuthen bereits aus dem 12. Jahrhundert urkundlich bezeugt. Mit unzulänglichen technischen Mitteln betrieben, kam der Abbau im 15. Jahrhundert zum Stillstand, um hundert Jahre später durch die brandenburgische Herrschaft unter der Regierung des Markgrafen Georg eine Neubelebung zu erfahren, der die Religionswirren und der Dreißigjährige Krieg ein vernichtendes Ende bereiteten. Erst die endgültige Einverleibung in Preußen führte einen durchgreifenden Wandel herbei. Die Mutung auf Blei- und Eisenerze begann von neuem; durch die Aufstellung der ersten Dampfmaschine (1788) wurde die Haltung des Wassers ermöglicht, und als sich die Holzvorräte für die Hochöfen als unzureichend erwiesen, wurde die Steinkohlenförderung zu Hilfe genommen. "Der schwarze Diamant" ist es dann, der in der südöstlichen Ecke des Reiches ein Industrieviertel schuf, das an Bedeutung nur von Rheinland-Westfalen übertroffen wird. Von diesem landschaftlich reizlosen Winkel ergießt sich ein Reichtum über das Land, dessen Überfluss sich in kulturelle Werte umsetzt. Da nach ungefährer Schätzung die Kohlelager Englands in drei Jahrhunderten erschöpft sein dürften, während die Schlesiens noch für mehr als ein Jahrtausend ausreichen, eröffnen sich volkswirtschaftliche Perspektiven von unberechenbarer Weite. In den Ostsudeten hat die eigentliche Metallverarbeitung ebenfalls vorwiegend historischen Wert. Die schon im frühen Mittelalter bezeugten Goldfunde in Löwenberg und Goldberg und auf dem Kamm des Riesengebirges, das Magneteisenerz von Schmiedeberg, die mit Silber gemischten Kupfer- und Bleierze von Kupferberg, die Mangan- und Nickelerze von Herzogswalde und Frankenstein gewinnen erst Bedeutung, nachdem die chemischen und Schmelzverfahren eine reinlichere und billigere Scheidung der Massen ermöglicht haben, wie beispielsweise mit der wenig bekannten Goldgewinnung der Südsudeten sich die Herstellung weißen Arseniks verbindet.
Für die Steinkohlenförderung kommen in Niederschlesien die Neuroder und Waldenburger Talsenkungen in Frage, wo zugleich Bausandstein und Porphyr gebrochen werden, während die Granitindustrie der Vorberge am Zobten, um Striegau, Strehlen und Görlitz von alters her blüht.

Die Glasindustrie Schlesiens, ursprünglich an den Waldreichtum des Riesengebirges gebunden, hat sieh mit dem Aufkommen der Braunkohlenförderung mehr und mehr in die Liegnitzer Niederungen gezogen, westlich bis nach Penzig und Hoyerswerda hin sich ausdehnend, wo besonders ein feiner, quarzhaltiger Sand gefunden wird.

Ebenso ist die Tonwarenfabrikation im wesentlichen von dem lokalen Abbau der grauweißen Erdschichten um Bunzlau und Münsterberg abhängig.

Im Habelschwerdt-Glatzer Berglande beginnt die lange Reihe der kohlensäurehaltigen Quellen, die, mit allerlei Mineralien und Schwefelteilen versetzt, sich für verschiedene Krankheiten als heilkräftig erwiesen haben Flinsberg, Altheide, Reinerz, Landeck, Kudowa, Langenau, Wildungen, Charlottenbrunn bis zu Warmbrunn und Hermsdorf an der Katzbach hinauf. An sie schließen sich die Sommerfrischen des Riesengebirges. Krummhübel, Agnetendorf, Hainberg und Saalberg, Schreiberhau, Jannowitz, Brückenberg haben die Zahl ihrer alljährlichen Gäste in drei Jahrzehnten um das Zwanzigfache gesteigert. In ihnen hat sieh für die dürftige Bevölkerung des unergiebigen Berglandes zugleich die Quelle des Wohlstandes eröffnet, die der Lebenshaltung zugute kommt und das ganze Kulturniveau umgestaltet.

Von relativ geringer Bedeutung für die allgemeine Entwicklung Schlesiens war bis in das vorige Jahrhundert das dichte Netz der Wasserläufe, die feine Gaue durchschneiden. Wohl stellt sich geographisch die Hauptmasse des Landes als breithingelagerte Odemiederung dar, aber der Strom selbst mit seinen vielen Windungen, seinem wechselnden Bett und ungleichmäßigen Gefälle war vor seiner Regulierung eher eine Scheidegrenze zwischen Ost und West als eine Verkehrsstraße. Die Nebenflüsse der Ostseite dienen mit Ausnahme der stärker strömenden Malapane fast nur der Entwässerung der Ebene, während die Gebirgsbäche der Westseite, aus den Sudeten kommend, große Wassermassen mit sich führen und zur Zeit der Schneeschmelze ganze Landesstrecken überschwemmen. Die Ausnutzung ihrer Wasserkraft für lokale Werkstätten hat erst mit der Entstehung der großen Industriebezirke Bedeutung gewonnen. Für die Schifffahrt auf der Oder bildeten das ganze Mittelalter hindurch die auch noch von den Piastenfürsten geförderten Mühlenbetriebe mit ihren Wehren und Stauwerken ein schwer zu beseitigendes Hindernis. Die Versuche Heinrichs 1., der luxemburgischen Herrscher und Ferdinands 1. zur Freilegung und Vertiefung des Strombettes blieben erfolglos bis zur preußischen Besitzergreifung und den durchgreifenden Regulierungen, die während der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts zum vorläufigen Abschluss gelangten. Volkswirtschaftlich unerheblich ist das Übergreifen des Zuflussgebietes der Weichsel an der Ostgrenze Schlesiens, und auch der vom Großen Kurfürsten gebaute Friedrich-Wilhelm-Kanal erschloss zwar durch die Verbindung der Spree mit der Oder die Möglichkeit, Frachten bis nach Hamburg zu verschiffen, trat aber bald den kürzeren Verkehrsstraßen zu Lande gegenüber in den Hintergrund.

Über den Ackerbau in den Ebenen Ober-, Mittel- und Niederschlesiens wird bei Schilderung der Besiedlung dieser Gegenden zu sprechen sein, ebenso wie über die Lausitzer Heide, in die wendische Volksstämme übergreifen.  Dagegen darf der ausnehmend reiche Waldbestand des Berglandes und der Ebene nicht übergangen werden.

Schon bei Beginn der Kolonisation in den Flusstälern der Bearbeitung des Bodens allmählich weichend, hat sich der Wald an den Sudetenhängen bis zum Kamm hinauf in einer gewissen Ursprünglichkeit erhalten und umfasst, durch die Forstkultur des Fiskus und des Großgrundbesitzes gepflegt, noch heute nahezu dreißig Prozent der gesamten Grundfläche der Provinz. Wohl erscheint er zunächst als ein zur Ausrodung bestimmter Feind des Kolonisten, aber seine fallenden Stämme bauen diesem gleichzeitig seine ersten Herdstätten, und der Restbestand schützt seinen Acker gegen Wind und Wetter. Er liefert die Feuerung für die Anfänge gewerblicher Tätigkeit: Schmiedeessen, Glas-, Brenn- und Schmelzöfen, und ermöglicht die Sicherung der Schächte, die zu den Schätzen der Erde hinabführen.

Selbst die Leinenweberei kann seine Einhegung nicht entbehren, die auf den Bleichen das Sonnenlicht zusammenfasst, und die Papierfabrikation ist im Hirschbergs Tal durch die Verarbeitung der Holzfaser zu einem blühenden Erwerbszweig geworden.

In die Waldungen der Ebene schmiegen sieh die Klöster und Herrensitze, in stiller Abgeschiedenheit Kulturwerte schaffend, die sieh über das ganze Land ausbreiten und der Zivilisation die Wege ebnen, bis sich in mächtigen Städtewesen Zentren bilden, die unabhängig von den natürlichen Beschränkungen ihrer nächsten Umgebung durch Handel und Wandel mit den nordischen und südlichen Gestaden der europäischen Meere in Beziehung treten und den Waren und Produkttausch bis in die vorderasiatischen Steppen vermitteln.

Die geographische Lage Schlesiens zwischen mächtigeren Stammeseinheiten macht es zum passiven Schauplatz politischer Ereignisse, seine Bodengestaltung aber zieht etappenweise eine sesshafte Bevölkerung heran, die sieh trotz aller Mannigfaltigkeit durch das vorwiegend deutsche Ferment zu einem kulturellen Gebilde zusammenschließt..<<

Aus: Unveränderter Nachdruck der 1913 im Verlag von George Westermann, Braunschweig und Berlin, erschienenen.
Ausgabe durch Weltbild Verlag GmbH, Augsburg 2000, ISBN 3-8289-3135-9

Freundlicher Weise zur Verfügung gestellt von Alfred Zahlten
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Der alte Fritz und Schlesien

Wie  ja mittlerweile auch dem dem letzten Zweifler bekannt sein dürfte, sind Schlesien und der "Alte Fritz" untrennbar miteinander verbunden. Für mich ein Grund ein paar nicht immer ganz ernst zu nehmende Geschichten über den "Alten Fritz" und Schlesien weiterzugeben.

Als Maria Theresia 1742 Schlesien an den Preußischen König abtreten musste, meinte sie. "Alles besser - auch eine Provinz zu verlieren - als Friedrich heiraten !"

Beim Einmarsch in Schlesien schlugen einige Generale vor, die preußischen Fahnen neu, mit "PRO DEO ET PATRIA" zu beschriften. König Friedrich strich das "PRO DEO", denn: "In die  Streitigkeiten der Menschen soll man nicht den Namen Gottes mischen. Wir führen einen Krieg um eine Provinz, nicht für die Religion."

Nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges trafen sich Friedrich der Große und Kaiser Joseph II. in Schlesien. Nach der Tafel wünschte Friedrich den Minister Kaunitz, den er für den begabtesten Staatsmann hielt und dessen Geist und Witz er hoch schätzte, zu sehen. Kaunitz bot dem König eine Prise Tabak an. Obwohl Friedrich leidenschaftlich schnupfte, nahm er nie von anderen eine Prise an. Doch dieses Mal durchbrach er seine Gewohnheit: "Es ist das erste Mal, das ich von jemandem etwas annehme", erklärte er wohlgelaunt. Schlagfertig erwiderte Kaunitz: "Majestät vergessen, dass sie bereits Schlesien genommen haben."

Die Grünberger kredenzten Fridericus ihren Wein, der um seiner Säure willen berüchtigt war. Ob auch in seinem Kloster dieser Wein getrunken werde, fragte der König den Pater, der in seiner Nähe stand. "In der Marterwoche, eure Majestät, nur in der Marterwoche", erklärte der Geistliche.

Der Magistrat einer kleinen schlesischen Stadt, sehr auf seine Würde bedacht, teilte Friedrich mit, dass ein Frevler, der Gott, den König und sogar einen
wohllöblichen Magistrat gelästert habe, bestraft wissen wolle. Friedrich diktierte folgenden Beschluss:                                       
Dass der Mann Gott gelästert hat, möge im Gott verzeihen. Dass er mich gelästert hat, verzeihe ich ihm. Dass er aber einen wohllöblichen Magistrat gelästert hat, muss bestraft werden. Dafür soll er eine halbe Stunde lang in Spandau eingesperrt werden. Der Hin- und Rücktransport geht, wie es sich versteht, auf Kosten des Magistrats."
(von(Hermann Hosp)

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Kriege um Schlesien

Zum  geschichtlichen Hintergrund:

In Frankfurt am Main fanden fünf Kaiser- bzw. Königswahlen - 1711, 1742, 1745, 1764 und 1790 und die anschließenden Krönungsfeierlichkeiten statt. Infolge  der Wirren des Österreichischen Erbfolgekriegs wird Frankfurt von 1742 an unter dem Wittelsbacher Kaiser Karl VII. für drei Jahre zur Residenz- und faktischen Reichshauptstadt.

Der Österreichische Erbfolgekrieg (1740-1748)

Dieser größte europäische Konflikt nach dem spanischen Erbfolgekrieg wurde durch den Tod Kaiser Karls VI. am 20.10.1740 ausgelöst. Karl VI. hatte selbst keine männlichen Nachkommen und hatte deshalb bereits kurz nach seinem  Machtantritt die so genannte Pragmatische Sanktion (19.4.1713) erlassen. Diese sah vor, dass die habsburgische Krone an die Tochter Karls Maria Theresia und an deren Nachkommen vererbt werden sollte. Das Reich sollte nicht geteilt werden. Die meisten Großmächte erkannten die Pragmatische Sanktion in den folgenden Jahren an.

Beim Tode Karls VI. erhoben allerdings Karl Albert von Bayern (Nachkomme der ältesten  Tochter Ferdinands I.), Philipp V. (Nachfolger der Habsburger auf dem spanischen  Thron) und August III. von Sachsen (verheiratet mit der ältesten Tochter Josephs I.) Ansprüche auf die habsburgische Krone.

Der junge Preußenkönig Friedrich II. nutzte die Bedrängnis Österreichs und marschierte - mit sehr vage hergeleiteten Ansprüchen als Rechtfertigung - am 16.12.1740 in Schlesien ein. Sein Vater, Friedrich Wilhelm I. (der "Soldatenkönig"), hatte ihm eine kampfkräftige Armee und einen beachtlichen Staatsschatz hinterlassen. Der junge Friedrich nutzte diese Mittel, um Preußen als fünfte Großmacht zu etablieren.

Der erste Schlesische Krieg 1740-1742

Die preußischen Truppen fielen in Schlesien ein, wurden jedoch im Frühling 1741 von ihren rückwärtigen Verbindungen getrennt, da die österreichische Armee geschickt manövriert hatte. Es kam zur Schlacht von Mollwitz am  10.4.1741. Friedrichs Armee schien zuerst den Österreichern unterlegen zu sein, so dass Friedrich bereits das Schlachtfeld verließ. Unter dem Befehl des Grafen  v. Schwerin siegten die Preußen aber trotzdem. Schlesien war damit vorläufig  in preußischer Hand .

Nach dem preußischen Sieg griffen die Bayern in den Krieg ein. Karl Albert sandte eine Armee nach Böhmen und erhielt bald Unterstützung von einem französischen Heer, das unter Marschall Broglie nach Süddeutschland unterwegs war. Schweden  nutzte die latente Bündnisbildung unter den europäischen Mächten, um seine  Kriegserklärung an Russland zu rechtfertigen, dass die Pragmatische Sanktion unterstützte. Auch Savoyen und Sachsen erklärten nun den Krieg, der nun auf Italien übergriff. Die Bayern nahmen im Juli Passau und vereinigten sich mit den Franzosen. Das franko-bayrische Heer zog nach Böhmen. Unterdessen hatte  Maria Theresia - alarmiert von den Angriffen der Bayern und Franzosen - einen geheimen Sonderfrieden mit Preußen aushandeln lassen (Vertrag von Klein-Schnellendorf 9.10.1741). Trotzdem fiel Prag am 26.11. in die Hände der Bayern und Franzosen. Karl Albert wurde am 19.12. zum König von Böhmen gekrönt. Die Österreicher gingen nicht weiter gegen die Invasoren in Böhmen vor,  sondern marschierten im Januar 1742 in Bayern ein. Die Armee unter Graf Khevenhüller nahm am 24.1.1742 München.

Am gleichen Tag wurde Karl Albert in Frankfurt als Karl VII. zum Kaiser des  Heiligen Römischen Reiches gewählt. Die französisch-bayrische Armee zog nun aus Böhmen ab und marschierte gegen die Österreicher in Bayern.
 

(von Peter Przybilla)
 

Aus dem Buch "Unser Schlesien" herausgegeben von Dr. Karl Hausdorff
Copyright 1954 by Karl Mayer Verlag Stuttgart

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Konzentrationslager Groß-Rosen

 

Ein ganz trauriges und fast schon vergessenes Kapitel in Schlesien ist das Konzentrationslager Groß-Rosen. Es war ein Arbeitslager der Nationalsozialisten (Konzentrationslager) in Niederschlesien.  Eisenbahnstrecke von Jauer nach Striegau 2,5 km südwestlich von Groß Rosen und 60 km südwestlich von Breslau. Zwischen 1940-1945 waren in Groß-Rosen. etwa 130.000 Menschen inhaftiert, davon sind ca. 40.000 gestorben. Das Lager wurde am 2. August 1940 als Nebenlager des KZ Sachsenhausen von Häftlingen aus Sachsenhausen eingerichtet. Im März 1941 begann der Bau der Kleinen Lagers mit 4 Blocks. Ab dem 30. April 1941 war es nicht mehr Nebenlager; ab dem 1. Mai 1941 stand das KZ unter eigener Verwaltung. Die Kommandanten waren: Arthur Rodl, Wilhelm Gideon, Johannes Hassenbrock.

Groß-Rosen

Groß-Rosen



Die Errichtung des Großen Lagers mit einer ursprünglichen Kapazität für 7.000 Häftlinge, die jedoch auf 20.000 erhöht wurde, war zu Beginn des Jahres 1944 abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt erfuhr das KZ Groß-Rosen eine erneute Erweiterung. Das Auschwitzer Lager war für 45.000 Häftlinge geplant und sollte für eine Verlegung des Konzentrationslagers Auschwitz wegen der Frontverschiebungen im Osten genutzt werden.

Seit 1943 betrieb die Gestapo Breslau hier auch ein Arbeits- und Erziehungslager.

Die Häftlinge des Hauptlagers wurden in den Groß-Rosener Steinbrüchen zum Granitabbau eingesetzt. Zahlreiche Nebenlager mit über 100 Außenkommandos dienten der Heranführung von billigen Arbeitskräften zu den Betrieben der kriegswichtigen Industrie.

Ein besonderes Projekt war die Errichtung des Führerhauptquartiers Riese bei Wüstewaltersdorf im Eulengebirge.

Anfang 1945 wird das Lager geräumt; die Gefangenen wurden deportiert oder auf Todesmärsche geschickt. Nur wenige Häftlinge blieben zurück und wurden am 13. Februar 1945 von der sowjetischen Armee befreit.

 

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Aus den Schlesischen Geschichtsblättern folgt von 1937 ein Beitrag von
Emil Tschersich "Zur Geschichte der Gärtner Schlesiens im Mittelalter".


"[...] So kamen die Klostergärten von Westen her ins Oderland, mit den deutschen und böhmischen Mönchen; nach ihrer sachkundigen Anleitung arbeitete der
Klostergärtner. Im Maintal baute man Reben an; die Leute, die dort mit der Hacke in den Weingärten arbeiteten, nannte man 'Häcker'. Sie besaßen im Dorfe keine Hufen wie die Bauern, sondern nur ein Häuschen mit Garten und einige Morgen Acker. ähnlich mag die Lage der schlesischen Dorf-Gärtner 1210-1240 gewesen sein, in den Dörfern, die längst der böhmischen Grenze entstanden, von Löwenberg bis Frankenstein. Urkundlich ist dieser Stand der 'hortulani' nicht nachweisbar, (hortus = Garten); denn wo die Herzöge oder der Bischof damals Urkunden ausstellten, handelte es sich um zehnt- oder zinspflichtige Hufen der Baürn oder der freien Lokatoren (Siedlungs- Unternehmer) und der Pfarrer; die Gärtner zinsten dem Scholtzen, dem ritterlichen Lehnsmann oder dem Pfarrer.[...]"

Im 13. Jhd.. erstattete der Herzog den Bürgern von Goldberg, Liegnitz, Freiburg, Trachenberg, Trebnitz, Breslau, Ratibor, Liebenwerde, Frankenstein, Löwenberg u.a. vor den Toren der Städte Wein- und Hopfengärten anzulegen.

"[...] Wie die deutschen Mönchen den Weinbau nach Schlesien brachten, so auch die Bierbrauerei; dazu gehörten Wein- und Hopfengärten. Die herzoglichen
'Höpfner' bildeten eine eigene Zunft mit Sonderrecht; der Herzog wies ihnen 1255 sein Gut Malkwitz bei Breslau an. Meister Otto war der Scholtz über 8 Höpfner, er erhielt 2 Freihufen, von denen er 7 Mrg. mit Hopfen bestellte. [...] Sie umzäunten die Gärten und lieferten die Hälfte des Ertrages an den Lissaer Hof ab.[...]"

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Über die polnischen Teilungen sind hier Karten und der geschichtliche Hintergrund zu finden.

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