Osterbräuche in Ost und West und in Schlesien
Der nachfolgende Artikel wurde von Heinz Kulke unter „Christus ist auferstanden!“ am 10.4.1966 im schlesischen Gebirgsboten veröffentlicht.
Ostern ist ein altes Fest mit ursprünglicher heidnischer Bedeutung, denn man beging ja bei unseren germanischen Vorfahren das Frühlingsfest zu Ehren der heidnischen Göttin Ostera, die dem Fest ihrem Namen geliehen hat: „Ostara – Fest, Osterfest, Ostern“. Die Kirche hielt es angebracht, dieses heidnische Fest mit zu übernehmen und als das große, bedeutende Ereignis der Auferstehung Christi weiterhin begehen zu lassen. Aber Frühlingsfest und Auferstehungsgedenken sind so nahe mitein-ander verwandt, daß die österliche Bräuche bezüglich ihrer heidnischen und christlichen Herkunft kaum voneinander zu trennen sind.
Der „Sonnen – Oster – Tanz“
In vielen Gegenden Schlesiens hegte man den Glauben, daß die Sonne in der Frühe der Ostertage drei Sprünge – die man deutlich sehen könne – mache, weil ja Christus vom Tode auferstanden und darüber aller Kreatur und alle Dinge im Himmel und auf Erden voll Freude wären.
Man kann deshalb alte Leute aus dem Kreis Görlitz, aus dem Kreis Sprottkau, aus dem Kreis Glogau – dort konnte ich den Glauben mit Sicherheit nachweislich verbreitet finden, er mochte jedoch auch in anderen Gegenden Schlesien bewahrt worden sein – erzählen hören, daß man am Ostermorgen hinaus gegangen sei, auf einen Hügel oder einen Berg, um die Sonne beim Aufgang, wenn sie sich allmählich zu sehr früher Stunde über den Horizont schob, drei Sprünge machen zu sehen.
Was mag es nun mit diesen drei Sprüngen, mit diesem Tanzen der Sonne auf sich haben ? Unsere schlesische Dichterin Ruth Hoffmann hat in einer feinsinnigen Erzählung „Die tanzende Sonne“ diesen Aberglauben literarisch verbreitet. Und wir schlagen ein altes Buch aus dem Jahre 1743 auf, indem wir aufgezeichnet finden, was ein sehr gescheiter Mann, ein Literat und Historiker zu jener Zeit über den Sonnen – Oster – Tanz zusammengetragen und niedergeschrieben hat.
„Sonnen – Oster – Tanz. Es hat das gemeine und in natürlichen Dingen ungewisse Volk schon vor langer Zeit geglaubt , daß, wenn die Sonne an dem Oster – Tage aufgehe, so tü sie in der Höhe drei Freudensprünge, welche Bewegung der sie „Sonnen – Tanz“ nennen, daher es auch geschieht, daß an einigen Orten das Volk am Ostertage vor dem Sonnenaufgang hinaus laufe und die Sonne tanzen sehen will. Ja, es nicht dabei geblieben, sondern es haben einige sogar in die Predigt- oder auch in die Gebetbücher gesetzt und damit eine große Festandacht erwecken wollen; allein es ist eine pure Einbildung und die ganze Fabel rührt daher.
Es hat die Sonne im Frühling bei ihren Aufgang wie einem Schwindel, nicht als wäre solcher in einem Körper der Sonnen selbst, sondern weil um selbige Zeit die Erde aufgeht, so ist die Luft voller Dämpfe, zumahlen auf dem Gesichtskreis, und weil diese Dämpfe immer in stetiger Bewegung sind, also wo man die aufgehende Sonne durch solche Dämpfe ansieht, so läßt es, als ob die Sonne selbst hin und wieder ginge, und daraus hat der gemeine Mann diese Sprünge ersehen, damit dieses Fest ja auch nicht ohne Aberglauben wäre. Da doch dergleichen Bewegung der Sonne nicht nur auf den Oster – Tag, sondern auch vor und nach Ostern, wenn es helle Wetter ist, und zwar nicht nur Morgens sondern auch Abends, wenn die Sonne zum Horizont kommt, bemerkt wird. Und eben durch dergleichen Bewegung hält man bei Sonnenfinsternissen davor, ob zittere die Sonne und widerstrebe gleichsam der Verfinsterung, da doch solches gleichsam von der Luft herrührt.
Es kann der Sachen Gewißheit durch folgendes Exempel bestätigt werden: Sehen wir bei hellen Mittag durch ein brennendes Feür in die Sonne, so kommt sie uns vor, wie wenn sie zitterte und sich bewegte, aus keiner anderen Ursache, als weil das Feür durch seine Wärme und die von selbigen hervorsteigenden Dünste und Luftteile, durch welche wir die Sonne ansehen, bewegend und zitternd machend, als wenn Gott ein sichtbares Zeichen des Oster – Tages im Himmel gesetzt habe.“
Vor mehr als 200 Jahren ( heute 250 ) also ist dieser Chronist der Ursache dieses volkstümlichen Glaubens nachgegangen und wir können mit Recht annehmen, daß es sich hierbei vielleicht auch einen Glauben aus vorchristlicher Zeit handelt, dem man dann chrtistliche Bedeutung beizumessen bemüht war.
Ostereier
Gefärbte Ostereier einander zum Osterfest zu schenken, ist wiederum ein alter Brauch, der seinen Ursprung offenbar in vorchristlicher Zeit hat, denn was sollte ein Ei als Symbol der Fruchtbarkeit und des sich erneürnden Lebens mit dem Auferstehungfest zu tün haben! Das Osterei wird man sich also ursprünglich – ehe das Christentum bei uns Einzug erhielt, als Zeichen der Freude über die Wiederkehr des Frühlings, über das Ende des langen, dunklen Winters geschenkt haben. Dem Osterei jedoch dann einen Platz im christlichen Osterfest zu sichern, dürfte nicht schwer gewesen sein. Im Fest der Auferstehung des Heilands brauchte man das heidnische Osterei nicht zu missen, weil es ja, wie schon gesagt ein Sinnbild des Lebens war.
Hören wir mal was unser Chronist – der gleiche, den wir bereits einmal zu Wort kommen ließen – im Jahr 1740 schrieb:
„Oster – Ei nennt man dasjenige hart abgesottene und bald mit jener Farbe gefärbte Ei, so man hier bei uns annoch des Grünen Donnerstages und um diese Zeit in großer Zahl zum Verkauf aufgestellt und aus dem Pabstthum ist, da man den heiligen Oster – Abend ganze Körbe voll solcher Eier, die schön gefärbt und mit zierlichen Figuren bezeichnet waren, in der Kirche weyhen und Segen darüber sprechen ließe, solche hiernach zu Hause in den schönsten aufgeputzten Zimmern in einer Schüssel pyramidenförmig aufgetürmt, auf eine gedeckte und mit allerlei Blumen bestreute Tafel die ganze Osterwoche über aufgestellt und einen jeden, der zu der Zeit einsprach, ein Osterei zu essen nötigte, auch sollte dieses nach ihrer langen Fasten gleichsam die erste fleischige Speise sein, so ihnen erlaubt, nunmehro zu sich zu nehmen, dergleichen Manier in Italien noch gebräuchlich sein soll.“
Hier wird also dargelegt, daß der Genuß des Ostereis nach der Fastenzeit die erste „fleischliche Speise“ sein sollte, die man nach langer Enthaltsamkeit zu sich nahm. Das wird verständlich, wenn wir uns vergegenwärtigen, daß die Fastenzeit vom Aschermittwoch bis zum Osterfest in früheren Zeiten streng eingehalten wurde und beachtet wurde als in unserer Zeit. Unser Chronist kommt dann noch einmal auf die Ostereier als Geschenk und vornehmlich als Patengeschenk zu sprechen; da heißt es:
„An vielen Orten ist der Gebrauch, daß man dergleichen gemalte oder sonst aufs beste gezierte Eier den Kindern oder unter vertraute Freunde aufteilet. Weil aber solches in Mißbrauch gezogen wurde und die Kinder bei ihren Taufpaten unter dem Namen Oster – Ei und Schönes – Ei Geschenke geholet, ist es hin und wieder abgeschafft und bei Strafe verboten.“
Das Osterei auch bei den Russen bekannt
Unser Chronist hat uns in jenem Jahre 174 auch eine recht aufschlußreiche und durchaus nicht uninteressante Schilderung über das Osterfest, wie es einst bei den gläubigen Russen begangen wurde, aufgezeichnet, die wir hiermit aus der Vergessenheit entreissen wollen:
„Bei den Russen ist es eine feierliche Weise, daß Hohe und Niedere , Alte und Junge bei dem Oster – Gruße und Oster – Kusse einander ein Ei beschenken, wovon Olearius in seiner persischen Reisebeschreibung folgender Gestalt schreibt:
Den 17.April, als am heiligen Ostertage, war unter den Russen eine große Freude, daß Christus auferstanden, teils wegen des Endes wegen des lang gewährten Fastens. Denselben – wie auch noch 14 Tage hernach – trägt sich jedermann, vornehme und gemeine Leute, jung und alt, mit gefärbten Eiern. Es sitzen auf allen Gassen unzählige viele Eier – Krämer, welche solche gekochte und von allerhand Farben gezierte Eier verkaufen.
Wenn sie nun auf den Gassen einander begegnen, grüßen sie sich mit einem Kuß auf den Mund und sagen: Christos wos Chrest! Das ist: Chrristus ist auferstanden! Darauf antwortet der andere: Woistin wos Chrest – Er ist wahrhaftig auferstanden!
Es wird auch niemand, er sei Manns- oder Weibsperson hohes oder niederes Standes, einem andern solchen Kuß und Gruß neben einem gefärbten Ei verweigern. Der Großfürst selbst pflegte seinen vornehmen Hofleuten und Bediensteten solche Ostereier auszuteilen, ja, er hat auch im Gebrauche gehabt, das er in der Osternacht – ehe er in die Frühmesse gegangen – für die Gefängnisse gekommen, dieselben eröffnet und jeglichen Gefangenen, derer allezeit eine große Anzahl sitzen, ein Ei neben einen Peltze von Schaffellen reichen lassen, hat ihnen auch zugerufen, das sie sich freün sollten, denn Christus, der für ihre Sünde gestorben, nunmehr wahrhaftig wieder auferstanden sei. Darauf hat er wieder die Gefängnisse schließen lassen und ist zur Kirche gegangen.“
Wie man jedoch in Rußland auch das Osterfest als eine Gelegenheit zum Branntwein trinken angesehen und benutzt hat – doch eher vor langer, langer Zeit, es könnte wohl 250 Jahre (heute 300) darüber hingegangen sein – schildert der bekannte Literat Olearius in seiner persischen Reisebeschreibung:
„Diese heilige Oster – Zeit über seynd vor diesem nicht allein gute Freunde in Häusern, sondern auch in Kabacken, Bier-, Meth- und Branntweinhäusern, sowohl von Geistlichen als auch Weltlichen, Weibs- und Manns- Personen fleißig besuchet worden, da sie sich denn so angefüllet, daß man sie hin und wieder auf den Gassen liegen gesehen und jeglicher die Seinen auf Wagen oder Schlitten werfen und so nach Hause fahren müssen, da denn bei solcher Beschaffenheit man des Morgens hin und wieder auf den Gassen viel Ermordete und Ausgezogene gefunden hat. Jetzt aber soll durch den Patriarchen die allzu große Unordnung in Besuchen von Kabacken oder Krüge etwas eingezogen sein.“
Die „Kabacken“, von denen hier die Rede ist und die auch Kabachen genannt werden, waren nichts weiter als Branntweinschenken gewöhnlichster Art, die in einer ärmlichen Hütte untergebracht waren. Dort fand also der russischen Osterfeste die große Trinkerei statt, die – wenn wir dem Schriftsteller Olearius Glauben schenken – in eine übliche Sauferei ausartete, so daß der Patriarch der russisch – orthodoxen Kirche dagegen einschreiten mußte.
Ostererinnerungen an Schreibendorf Kreis Landeshut
Unsere Heimatfreundin, die wir in Wolfenbüttel aufsuchten, um uns von ihr Erinnerungen an die Osterfeste in Schreibendorf berichten zu lassen, erzählt uns, daß in ihrer Kindheit noch üblich gewesen sei, Osterwasser zu schöpfen. Dabei waren die guten Schreibendorfer bedacht kein „Plapperwasser“ nach Hause zu bringen, d.h. das kein Wörtchen zu sprechen, weil dann das Wasser seine wunderbare Wirkung Schönheit und Gesundheit zu verleihen, verlor. Oftmals wurden die wasserschöpfenden Mädchen von den Burschen des Dorfes allerdings in mutwilliger Weise zum Sprechen gebracht. Also die Schreibendorfer Burschen, das war ja eine Sorte! Unsere Schreibensdorferin weiß auch zu erinnern, das die Mädchen beim Schöpfen des Osterwassers immer einen geheimen Wunsch hegten, etwa nach einem Liebsten oder daß ihnen der Geliebte treu bleiben möge. Über diesen Wunsch sprachen sie zu keinen Menschen weder zum Vater noch zur Mutter, nicht zum Pfarrer und auch nicht zur Großmutter, denn dann durfte man hoffen, daß dieser geheime Wunsch in Erfüllung gehe.
Die Mutter unser Schreibendorferin hat ihr erzählt, daß man das geschöpfte Osterwasser in den Keller stellte, wo es das ganze Jahr aufbewahrt wurde und nur immer – wenn man Bedarf dafür hatte – davon ein wenig nahm. „Guda – Freitig – Woasser“ wurde das kostbare Naß genannt und wahrscheinlich hat man es in alter Zeit am Karfreitag geschöpft und nach Hause getragen.
Und Ostereier gab es natürlich in Schreibendorf auch, sie wurden mit trockenen Zwiebelschalen gefärbt und erhielten dann eine schöne braune Farbe. Die Kinder durften das Osternest selbst herrichten, dazu verwandten sie manchmal Vaters alten Hut oder ein Puppenbett. Die Eltern haben diese Nester dann mit Hühnereiern – jene braun gefärbten – gefüllt und versteckt. In der Frühe des Ostersonntags durften dioe Kinder die Nester dann suchen und sie freuten sich besonders, wenn sie zwischen den Hühnereiern ein paar Zuckereier fanden, die bald bvernascht wurden, wogegegn die Hühnereier abends zum Abendbrot gegessen wurden.
Natürlich fehlte es zum Osterfest in Schreibendorf auch nicht am selbstgebackenen Kuchen; Streuselkuchen und Quarkkuchenstanden stets auf dem Tisch während der Osterfeiertage.
Und zur Kirche nach Landeshut – so erinnert sich unsere Schreibendorferin („doas se ja nie mein Noama in die Zeitung schreiba, sunste hau ich ihm a poar rei!“) – fuhr man in der Kutsche, vor die zwei blank gestriegelte Pferde gespannt waren. Es sah recht schön aus , ein Bild aus unserer ländlichen Heimat, wenn acht oder zehn Kutschen aus Schreibendorf zur Kirche fuhren. Am Ostersonntag pflegten die Eltern unserer Schreibendorferin zum Gottesdienst zu fahren, am Ostermontag besuchten die jungen Leute den Gottesdienst. Und unsere Schreibendorferin fehlte nie zum Ostergottesdienst in der Landeshuter Kirche. Es war so zu sagen, eine vom Vater auferlegte Pflicht, die Kirche zu besuchen, wer nämlich nicht in der Kirche war, durfte denn auch nicht zum Tanz gehen, wenn „Trempel – Hannes“ aus Liebau kam und in einen der Schreibendorfer Gasthäuser zum Tanz aufspielte. „Trempel – Hannes“ war nämlich Meister der edlen Musik, er konnte Klavier spielen und dabei – ohne daß er auf dem Klavier daneben gegriffen hätte – auch das Schlagzeug mit dem Fuß bedienen. Er war also ein großer Künstler, ohne den die „Ein Mann Kapelle“ nicht denkbar gewesen wäre.
In den Gasthäusern Schreibendorfs also fand der „Ball“ statt und das junge Volk versammelte sich zum Tanz entweder „bei Lüderitz“ oder „in der Linde“.
Wir unterhielten uns lange mit unserer Schreibendorfer Heimatfreundin, dabei wird das Bild der Heimat in seiner unwiederbriglichen Schönheit lebendig und unsere Erzählerin erinnert sich, daß manchmal noch Scnee lag, daß die Berge – Scharlach, Ochsenkopf, Hedwigsberg bei Hohenwaldau, Rote Höhe und der ganze Kamm mit der Koppe – noch weiß verschneit waren, wenn im Dorfe das Osterfest mit aller Freude über die Auferstehung Christi begangen wurde, wenn Kuchen gegessen und Osternester gesucht wurden, wenn „Trempel – Hannes“ mit seinem Schlagzeug erschien und in osternächtliche Stille des Dorfes das Jauchzen des jungen Volkes auf den Tanzboden und dazu die Musik der „Ein Mann Kapelle“ zu hören waren.
Vorösterliche Zeit in Rudelstadt
In Rudelstadt – so erfahren wir von zwei alten Schlesierinnen, bei denen wir des öfteren einen Besuch machen – konzentrierte sich das österliche Geschehen viel mehr um den Sonntag Lätare drei Wochen vor dem eigentlichen Osterfest. Dieser alte Brauch war in Rudelstadt beinahe fast in Vergessenheit geraten, aber durch Pastor Henke, der in Rudelstadt als Seelsorger amtierte, wurde er wieder zum Leben erweckt. In den Unterrichtsstunden, die er hielt, wie er daraufhin, wie schön und sinnvoll es sei, die alten Bräuche der Väter zu pflegen. Und so bewirkte er, das die Kinder vor dem Sommersonntag wieder ihre „Summersunntigsstecken“ schmückten, und damit durchs Dorf zogen. Für ihr singen, das sie hier und dort anstimmten, erhielten sie Brezeln oder Bonbons oder auch einmal ein Ei. Doch das bekamen sie meistens nur, wenn der Geber mit den Eltern der singenden Kinder näher befreundet war. Und zum vorösterlichen Brauchtum Rudelstadts gehörte es auch, daß die Kinder hier und dort einen „Tallsack“ bekamen. Solche „Tallsäcke“ große und kleine, backte Bäcker Heintze im benachbarten Merzdorf. Das waren aus Kuchenteig gebackene Männer, etwas unförmig und unbeholfen aussehend, die jedoch um so feiner und süßer schmeckten. Eine unserer Rudel-städterinnen erzählt uns, daß sie immer von den Großeltern einen besonders großen „Tallsack“ – „zwei Spannen lang“ – erhalten habe, den der Großvater extra bei Bäcker Heintze bestellte.
Ja, und dann geraten unsere beiden alten Schlesierinnen ins Erzählen, als sie sich jener so weit zurück liegenden Sommertage in der Kindheit erinnern, „bei einem Kaufmann bekamen sie Schiefernstifte für die Schule“ – „beim Fleischer kriegten wir ein Stück Wurst“ – „Schokoladenplätzel bekamen wir beim Kaufmann Junge“ – „in der Bäckerei wurden Brezel an die Kinder ausgeteilt“!
Übrigens – und das mag nun auch wieder eine Besonderheit des Brauchtums in Rudelstadt gewesen sein – das Sommersonntagssingen fand nicht am Sonntag Latäre , sondern bereits am Sonnabend davor statt.
Zum Osterfest selbst wurden dann natürlich Kuchen gebacken, große Bleche voll, lauter Streuselkuchen, braun und knusprig. Und kam Besuch dann kochte die Mutter einen ordentlichen Bohnenkaffee, sonst begnügte man sich mit Gerstenkaffee.
Im Mittelpunkt der Ostertage stand wohl der Gottesdienst in der Kirche, der damals von den meisten Dorfbewohnern besucht wurde, weil man sich zu jener Zeit kein Osterfest ohne den Gottesdienst vorstellen konnte und weil die Erinnerung an die Auferstehung Christi Inhalt der Osterfeiertage bedeutete.
Eine 90 jährige Konradswaldaürin erinnert sich
Die Erinnerungen dieser alten Schlesierin aus Oberkonradswaldau sind nun etwas Besonderes, denn unsere Heimatfreundin Emma Seidel, die am 20.2.1876 geboren wurde und also vor kurzem 90 Jahre alt war, erinnert sich noch mit wunderbarer Klarheit ihrer Kindertage. In Konradswaldau begann das österliche Brauchtum mit dem Gründonnerstag. Da zogen die Kinder des Dorfes von einem Haus zum anderen und riefen: „Guda Morga, seid gebata im a griena Dornstig!“
Für diesen Gründonnerstag hatten die Bäcker des Dorfes schon Brezeln gebacken und an die Land-wirte verkauft, so das diese für den Besuch der Kinder am Gründonnerstag vorbereitet waren. Auch „Kuhaugen“ hatten die Bäcker gebacken, kleine runde Kuchen aus Semmelteig, etwa zwei Finger dick. Die Kinder aus Ober- und Mittelskonradswaldau wurden also meistens – nur selten öffnete sich eine Türe nicht - mit Brezeln, „Kuhaugen“, Bonbons und Eiern beschenkt. Wo die Kinder aber keine Gaben erhielten, wo Türen und Fenster verschlossen blieben und sich keine Hand mit einen Körbchen voll Brezeln, „Kuhaugen“, Eiern herausstreckte, da riefen die Jungen und Mädchen:
„Hihndermist, Taubamist, ei dam Hause kriegt man nischt !“
Während die 90 jährige Konradswaldaürin das erzählt, sitzt ihre Nichte Flora Denzin geb. Scholz Jahrgang 1905 bei uns und sagt, daß das in ihrer Kinderzeit – also vor dem 1. Weltkrieg – auch noch so gewesen wäre.
Dem Gründonnerstag folgt der Karfreitag, da gingen die Konradswaldaür in der Frühe „an den Bach“ um Osterwasser, „Goad – Freitigs – Woasser“, zu schöpfen. Auch in der Familie Seidel – also im Elternhaus unserer Heimatfreundin – hat man solches Osterwasser aufbewahrt und dazu benutzt, in Krankheitsfällen Umschläge auf den Kopf und die Brust, auf die Knie oder Ohren – was eben von einer Krankheit befallen war – zu machen.
Man versäumte auch in Konradswaldau nicht, vor dem Osterfest Kuchen zu backen. Im Elternhaus unserer Heimatfreundin gab es einen „Bachufa“, der ordentlich eingeheizt wurde, so daß er die Streuselkuchen schön braun backte. Und zum Osterfest holte man auch Sträuße von Weidenkätzchen in die Häuser und schmückte damit die Stuben festlich. Und natürlich wurden die Hühnereier auch bunt bemalt. Manche Eier wurden auch ausgeblasen und dann die leere Schale mit Malerei versehen. Diese bemalten Eier, frische Hühnereier und ausgeblasene Eier, fanden die Kinder in den Osternestern, die sie am Ostersonntag suchten. In diesen Osternestern fanden sich auch Zuckereier, die gabs schon damals – vor 80 Jahren – auch schon!
In Konradswaldau haben die Eltern am Ostermorgen auch gesagt: „Guckt nur in die Sonne, daß ihr das Osterlämmlein seht“! Diese Mär vom Osterlämmchen gehört also zu jenem österlichen Glaubensgut von der springenden oder tanzenden Sonne, das in jeder Abwandlung vom Osterlämmchen in der Sonne also auch im Kreis Landeshut zu finden war. Frau Flora Denzin, die noch immer bei uns sitzt, nickt zu diesen Erinnerungen ihrer Tante und sagt: „Ja, in meiner Kinderzeit haben wir auch noch nach dem Osterlammla gesehen!“
Und auch in der Kinderzeit unserer 90 jährigen Schlesierin wurde den Kindern vom Osterhasen erzählt. Oft sagten die Eltern zu ihren Kindern: „Poaßt uff a Osterhoasen uff“!
Während der Osterfeiertage ging man in Konradswaldau auch zur Kirche. Am ersten Feiertag nahmen die Eltern unserer Heimatfreundin am Gottesdienst teil, am zweiten Feiertag gingen die Kinder den Weg zur Kirche, der vom Elternhaus bis zur ev. Kirche in Mittel – Konradswaldau eine halbe Stunde betrug. Dann läuteten die Glocken vom Turme der ev. Kirche; von dem Kirchturm und den Glocken kann uns unsere alte Konradswaldaürin auch etwas erzählen.
Früher hatte die ev. Kirche in Mittel – Konradswaldau nämlich keinen Turm, daher verfügte die Kirche auch keine Glocken. Die katholische Kirche hatte einen Turm und Glocken und sie läuteten auch für die ev. Bewohner. Sie riefen mit ihren Schalle zum ev. Gottesdiensten, obwohl sie auch auf dem Turm der kath. Kirche hingen. Sie wurden auch geläutet, wenn ein Protestant begraben wurde. Damals wurden Protestanten und Katholiken gemeinsam auf einen Friedhof in Mittels – Konradswaldau in die Erde gebettet.
Nun aber kam nach Mittels – Konradswaldau ein Pastor, der Tonndorf hieß. Er wollte sich mit dem Zustande, daß die ev. Kirche, die aus einer Betkirche hervor gegangen war, keinen Turm und keine Glocken hatte, nicht abfinden. Tonndorf sammelte also in seiner Gemeinde für den Bau eines Turmes und für die Anschaffung eigner Glocken. Und dann der Turmbau eines Tages tatsächlich in Angriff genommen werden, im Jahre 1893 ward er vollendet und auch mit Glocken versehen.
Damals jedoch mußte sich die Gemeinde nach eigenen ev. Friedhof umsehen, denn da die Glocken der kath. Kirchengemeinde gehörte, begraben Protestanten geläutet werden sollten, wollte der Pfarrer in Konradswaldau auch nicht, das die Protestanten weiterhin auf dem alten Friedhof, welcher der kath. Kirchengemeinde gehörte, begraben würden. Die ev. Kirchengemeinde kaufte also 1893 ein Stück Land und legte darauf einen eigenen Friedhof an und fortan wurden Katholiken und Protestanten getrennt bestattet.
Daran also erinnert sich unsere Konradswaldaür Heimatfreundin, als sie sich der Osterfeste in ihrer Kindheit erinnert, wenn die Glocken vom Turm der ev. Kirche zum Gottesdienst riefen.
Und schließlich erzählt sie uns vom Ostertanz in Konradswaldau, wenn die Konradswaldaür Musikanten zum Tanzen aufspielten und das junge Volk sich zum Walzertakt, im Polkaschritt und beim Rheinländer drehte. Die jungen Mädchen hatten damals noch lange Röcke an, die allerdings nicht auf die Erde schlappen durften, denn sonst wäre ja das Tanzen zu beschwerlich gewesen. Der „ahle Gottwald“, ein Konradswaldaür Landwirt, strich die lange Geige und dann gab es noch 4 Bläser, die zusammen mit dem alten Gottwald eine wunderschöne Tanzmusik veranstalteten. Eine Tour kostete – bei so einer großen Kapelle konnte es nicht anders sein – 10 Pfennige. Es war also ein fröhliches Treiben am Abend eines solchen Ostertages in Konradswaldau, wenn sich das junge, tanzlustige Volk ein Stelldichein gab.
So also hat unsere alte Heimatfreundin aus Ober – Konradswaldau erzählt. Über ihr Bett hing ein farbiges Bild, ihr Elternhaus in der Heimat, wo sie als Tochter des Landwirts Heinrich Seidel ihre Kinderzeit – reich an Freuden, reich an Arbeit – verlebt hat. Und als wir uns verabschieden, sagt sie mit einen schalkhaften Lachen: „Doa hoab’n mer scheen woas zusoammageloin“!
Ja, die Schlesier !!
Ostern in der schlesischen Heimat
Veröffentlicht im schlesischen Gebirgskurier am 20.3.1972, Autor unbekannt.
Es war doch jedes Jahr dasselbe Rätselraten um den Frühling: Kommt er doch oder kommt er nicht? Wer kann es wissen? Aber auf den Spielplätzen sprangen die ersten bunten Kreisel, und Kinderhände trieben sie unermüdlich mit kleinen Peitschen an.
Zwei kleine Mädchen hatten mit dem Absatz eine Spirale – ein „Schnecke“ – in den traurigen Erdboden gezogen und hopsten nun um die Wette durch die verschlungenen Gänge.
Solche Kinderspiele waren uns immer die untrüglichen Zeichen dafür, daß endgültig und unwiderruflich ernst wurde mit dem Frühling. Die Kinder ließen sich nicht täuschen! Sie hatten jedes Gefühl für die Natur, das dem modernen Menschen verlorengegangen ist, das vielleicht hier und dort der Landsmann, der Landwirt noch hat, das aber jeder Mensch einmal besaß, dessen Leben in inniger Verbindung mit der Natur und in Abhängigkeit vom Jahreslaufe abrollte.
Mancher Winter schenkte uns auch in der Heimat milde Tage, die jeden Frühling Ehre gemacht hätten, aber unsere schlesischen Jungen und Mädchen dachten gar nicht daran, die Kreisel hervor zu holen, genau so wenig, wie der Baür vor der richtigen Zeit den Acker bestellte.
Wo war bei uns in Schlesien der Frühling, wenn an der Bergstraße die Bäume blühten? Das Frühlingsbrauchtum unserer Heimat, die Vogelhochzeit, das Fastnachtstreiben, das Frühlingswasserholen, das Sommersingen, das Eiersuchen, das Eierrollen, das Eierstieben, das Winteraustreiben, der Umgang oder der Ritt um die Felder, das Osterfeür – all diese Bräuche wurden einst dann geübt, wenn es die Natur befahl, am Bodensee am Rhein früher als in Pommern, in Ostpreußen oder Schlesien. Aber das Brauchtum hat sich schließlich in den einheitlichen Kalendern einfangen lassen müssen.
Das Sommersingen war solch` ein alter Brauch, der sicher bis in die vorchristliche Zeit zurückreicht. Die Baürn auf den schlesischen Dörfern nahmen es „dan Kinderlan“ nicht krumm, wenn sie sangen:
„Ihr werd` euch wohl bedenka,
zum Summer ins woas schenka“,
denn das Sommersingen reihte sich an jene Bräuche heran, die unsere Volkskundkler als „Heischegänge“ bezeichneten. Die Sommersingekinder hatten wohl auch einen Anspruch auf eine kleine Gabe, denn sie brachten ja soviel, den Sommer !
„Den Sommer?“ fragt da der eine oder andere mißtrauisch, „bestenfalls den Frühling!“ Falsch gedacht, aber modern, mit dem Auffassungsvermögen unserer Zeit gedacht! Der Baür kannte dereinst nur zwei Jahreszeiten: Den Sommer und den Winter, das war die Zeit der Dunkelheit, der Finsternis, der Kälte, der Ruhe und schließlich des Todes. Dagegen war der Sommer die Zeit des Lichts und der Wärme, damit aber auch die Zeit des Lebens und der Arbeit. Wenn die Feldarbeit begann, dann war Sommer. Darum singen die alten Sommertagslieder von schönen grünen Linden, vom roten Gewand, von der goldenen Schnur, der Sonnenbahn, die sich ums Haus zieht.
Die rechte Gegengabe für solche guten Wünsche war der „Begel“, ein Kringel aus gelben Schaum-gebäck, das eben jede Sonnenradbahn andeuten mochte, oder die Gegengabe konnte auch in einer Schaumbrezel bestehen, in der man die Verdoppelung des Sonnenbogens erkennen könnte. Solche Gaben wurden am Sommersonntag daheim in Schlesien von den Hausfraün und den Hausmüttern für die kleinen Sänger und Glückwunschbringer bereit gehalten.
In den niederschlesischen Gebirgsgegenden gingen die Kinder am Donnerstag vor Ostern, mit geschmückten Sommerbäumchen, die mit bunten Papierstreifen, mit Papierblumen, mit Bändern geschmückt und geziert waren, und heischten mit dem Ruf:
„Seid gebata üm a Griendunsch!“
ihre Gaben. Und da der Griendunsch, der Gründonnerstag, so nahe am Osterfeste lag und weil die Bäürinnen zu der Zeit alle viele Eier in den Gewölben der Baürnhäuser aufbewahrten, so erhielten die Kinder schon bunte Eier, „Moll – Eier“, Mal – Eier. Auch die „Honigschniete“, welche den Kindern gereicht wurde, ward nicht ungern entgegen genommen.
„damit`s Geld nicht oalle wird“,
denn Geld war auch bei uns in der schlesischen Heimat gleichbedeutend mit Glück. In Wahrheit aber mochte in älteren Zeiten Geld und Glück gleichbedeutend gewesen sein mit Fruchtbarkeit, durch die ja schließlich die Landarebeit unserer Vorfahren ihren Wert, ihre Bedeutung erhielt. Auf das die Felder reichen Segen bringen sollten, steckte der Baür in der Grafschaft Glatz einst jeden Acker drei Palmkätzchen oder auch drei Holzkreuzchen, die in der Palmsonntagsmesse geweiht worden waren.
In der ursprünglichen Art aber mochte sich der Fruchtbarkeitszauber in Oberschlesien erhalten und bewahrt haben, im „Schmackustern“. Am sehr frühen Morgen des zweiten Osterfeiertags stürmten die Dorfburschen die Treppen zu den Schlafkammern der Mädchen hinauf; doch diese – die Mädchen – waren dann schon stets alle aus den Federn, weil sie wußten, daß eine ertappte Langschläferin schlecht ergehen würde. Die Burschen hielten nämlich den „Schmackuster“ in der Hand, eine neun- fach geflochtene Hasel- und Weidengerte, und wer hätte sich wohl mit einer solchen aus dem Bett treiben lassen? Man spürte diese Gerte, diesen Schmackoster, schon genug, wenn man sich in lustiger Jagd die Treppe hinunter treiben ließ in den Hof, an den Wasserbrunnen, wo ander Dorfburschen schon darauf laürten, um die Mädchen ganz gehörig mit Wasser zu bespritzen. Dazu sagten sie: „Jitz kumm merr zu dan lieba Ustern, lusst doas Töchterla awing schmackustern“.
Aber so schmerzhaft diese Vergnügen auch gewesen sein mochte, kein Mädel wollte von demselben ausgeschlossen sein, denn so manche hat dabei ihren Schatz und späteren Ehemann und Hausvater gefunden. Jedes Mädel lud nämlich – so wollte es der Volksbrauch – den Burschen, der bei ihr „schmackustert“ hatte, am Nachmittag zum Kaffee ein. Schon am Sonnabend vor dem Osterfeste hatte ja schon die frohe Stimmung eingesetzt und im Hause ein geschäftiges Treiben begonnen. Die Schlesier nannten den Ostersonnabend auch den Kuchensonnabend, denn nach der Fastenzeit sollte nun herzhaft gegessen werden.
Der schlesische Streuselkuchen durfte ja auch zum Osterfest nicht fehlen, aber wie zu Weihnachten „Mohstrietzel“ und „Mohkliessla“ unerläßlich waren, so war es jetzt das Osterbrot, das „Galbrutla“, das „Gelbbrötchen“, denn der einfache Hefeteig wurde durch Safran – es wird vielen schlesischen Hausfraün noch bekannt sein – gelb gefärbt. Seine Gestalt war rund wie der eines Brotlaibs, daher auch die Bezeichnung „Galbrotla“, und ehe dieses in den Ofen geschoben wurde, machte die Bäürin eine Verzierung darauf. Sie drückte eine Vertiefung in die obere Seite des „Galbrotlas“, dann zog sie von der Mitte her eine Furche, Strahlen könnte man dazu sagen, nach den Rändern hin. So hatte sie es einst von ihrer Mutter her gesehen und so fort bis in die fernsten Zeiten der Vergangenheit.
Sollte das „Galbrutla“ mit der Verzierung ein Zeichen der Sonne tragen, jenes großen Lichtes, das für die Menschen besonders für das Landvolk, Licht und Wärme, Saat und Wachstum, Reife und Ernte bedeutete? Der Gedanke liegt auf jeden Fall nahe, und wir dürften daraus ersehen, daß das Osterfest in der schlesischen Heimat ein Fest des Volkes war, dessen Anfänge weit in die vorchristliche Zeit zurück greifen dürften; ein Fest des Lebens und der Freude, der Sonne und des Lichtes, was alles für die Menschen früherer Jahrhunderte nicht weniger wichtig und bedeutsam war als für Menschen der Gegenwart.
Uff Ustern zu
Jitz hoot`s om längsta bei ins geschneit:
Die Usterwuche ies nimme weit.
Die Polmakatzla warn bale blühn,
Schnieglöckla hoot`s schunt
Eim Pusche stiehn, eim junga Groase
A klenner Hoase, macht lauter Mannla,
Wischt sich die Noase.
Die Kinder, die Ranga, die wull`n a fanga,
Mit langa Stecka hopsa se über Grabla und Hecka.
Hops macht is Hasla, hops ei`s Looch!
War koan anooch?
Die Sunne plinzelt voo uba runder,
Wane roatpern eim Durfe nunder.
Wuhien ma sitt, wuhien ma fährt,
Die Strooßa sein wie ausgekehrt.
Gänsebluma uff jedem Tammla,
Drunda derr Schafer treibt seine Lammla;
Omseln pfeifa und Finka schloan,
Die eene hiert uuf, die andre fängt oan.
Ei jedem Goarta, verr jedem Toare
Nischt wie Katla und Drusseln und Stoare.
Die Sperliche quitscha, die Hummler summa,
Ma werd noch ims Gehiere kumma,
Ma werd om Ende noch toob dervoo.
Woas ies dernoo?
Singt ock, singt ock, euch giehts ju gutt
Ihr hott ju noch geferres Blutt.
Und derr Winter, dar ale toaprige Järge,
Hoot sich verkrucha eis Geberge.
A hoot sich verkrucha,
Merr warn a nich sucha.
Die Bluma hotta`s glei gewußt,
Doß und a hotte naus gemußt.
Kaum woar a aus`m Püschla naus,
Doo koama schunt die errschta raus.
Und hurtig, hurtig die Kinder ginga
Summersinga, summersinga:
Summer, Summer , Summer
Iech bien a klenner Pummer.
Der Herr ies schien, die Froo ies schien.
Lußt ins nich zu lange stiehn.
Die guldne Schnure gieht üms Haus.
Tud aus! Tud aus!
Treibt a Tud zum Durfe naus!
(von Ernst Schenke)
Schlesische Volksbräuche
"Gründonnerstag! Die Osterbrote, schön goldgelb von vielen Eiern, waren gebacken; (von Karin Kuschel)
Haus und Hof sollen zu Ostern frühlingfrisch und sauber dastehen.
Wie in vielen anderen Gegenden Deutschlands,
(von Wilma Schön) Aus dem Buch : "Schönwald - Beiträge zur Volksunde und Geschichte eines
Osterbräuche.
Schmeckostern.
"Am Gründonnerstag muß man grünes Gemüse und Honig essen.
"In der Karwoche war das Wäsche waschen verboten. Man holte
Es ist schon ziemlich interessant mit dem Verbot, zumal ich in meiner Jugend
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Osterbräuche in Ost und West und in Schlesien |
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Publikationsstand dieser Seite:02/04/08