In der Fabel vom schlesische Streuselkuchen ist von den Fenismännlein die Rede. Wer oder was aber sind nun Fenismännlein?

 

Günther Böhm aus Hilden vermutet die Herkunft wie folgt: Fenis, Fenkel, Finchel, Fenicht = Fenchel (lat. foeniculum). Da er als Brotgewürz verwendet wurde, hat man ihn wohl auch in den Streuselkuchen getan. Das könnte vom Namen her Sinn machen.

 

Da aber von kleinen Männlein die Rede ist, macht aber auch die Geschichte von Robert Kauf Sinn. Er weiss aus Erzählungen seiner Mutter, dass es sogenannte Venusleute (Dialekt Fenesleite, oder Fenesmannla oder Fenismännlein) gab. Dies waren Fabelwesen. Sie waren sehr klein von Wuchs und lebten an Berghängen in Höhlen. In den im Wald vom Regen der Jahrhunderte ausgeschwemmten Steinen oder kleinen Felsbrocken, den sog. "Fenesnappla", wuschen sie ihre Wäsche  oder badeten an schönen Tagen im Sommer. Diese "Fenesmannla" wurden von bestimmten Leuten sog. Sehern wahrgenommen. Wenn man den Fenesleiten half, oder sonstiges Gute tat, revanchierten sich die Fenesmannla später bei diesen Menschen. Auf der österreichischen Seite Schlesiens z.B. im Kreis Freiwaldau (Jesenik) und speziell im Ort Friedeberg (Zulova) findet man auf dem Berg Kienbrich (Nachbarberg zum Gottehausberg) sowie auf dem Weg von Friedeberg nach Nisnersberg am sog. Prinzenstein noch "Fenesnappla". Auch gibt es alte Literatur über diese "Venusleute"
 

Aus den Märchen und Sagen der Deutschen aus Böhmen und Mähren geht hervor, dass die Venusleute sich von den Bergmännlein durch eine etwas größere Körpergestalt unterscheiden, obwohl auch sie die Größe eines Menschen nicht erreichen. Sie leben gesellschaftlich, doch nicht wie die Bergmännlein in den Bergen oder grossen Wäldern, sondern mehr in Gebüschen, im Inneren wintelnder Anhöhen und Felsenhügeln. Mit den Umwohnern treten sie, besonders die Venusweibchen, in vielfachen Verkehr und erweisen sich denselben, namentlich den Hirten, dienstbar. Sie befreien diese von körperlichen Übeln und Leiden mit wunderbaren Heilmitteln, die sie ihnen geben. Nicht selten fanden Kuhhirten des Morgens frischgebackene Kuchen. Anstandslos assen sie dieselben, und sie schadeten ihnen nicht. Auch sah man öfter frühzeitig wunderschöne weisse Tücher, Kleider und Wäsche teils auf dem Boden ausgebreitet, teils an die Äste der Bäume geschlungen. Bei Sonnenaufgang waren diese Sachen verschwunden. Kein Mensch hat je freventlich die Hand nach denselben ausgestreckt. Beim Dorfe Pittarn steht auf einem bewaldeten Berge ein grosser Felsen, zu dessen Spitze Stufen führen. In diesem Felsen ist eine Höhle, die ziemlich umfangreich sein mag. Der Felsen heisst allgemein der Venusstein. Die Sage bezeichnet ihn als Wohnsitz der Venusweibchen, welches kleine, sehr schone Wesen sind. Diese schieben während des Tages Kegel mit goldenen Kegeln und Kugeln; nur des Nachts gehen sie bis auf eine gewisse Entfernung aus dem Felsen heraus. Wen sie da treffen, den überreden sie mit lockenden Worten, ihnen in die Felsenhöhle zu folgen. Wer sich gutwillig bewegen lässt, sie hineinzugeleiten, sieht sich bald von einer Menge Venusleuten umgeben, die ihm drei Fragen vorlegen. Beantwortet er dieselben richtig, so wird er wieder fortgelassen und mit neun goldenen Kugeln und eben so vielen Kegeln beschenkt. Gibt er keine entsprechenden Antworten, so wird auch er zu einem Venusmännchen, oder Venusweibchen und muss bei ihnen bleiben.

 

Leider habe ich bisher keine Bilder über diese Fenismännlein gefunden.

 

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Publikationsstand dieser Seite:02/04/08

 

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Fenismännlein