Rübezahl
mit diesem Thema habe ich mich auch schon  beschäftigt.
"Rübezahl" , heute polnisch = "Liczyrzepa" ist zwar  im
Riesengebirge zuhause, aber er hat weltweit viele Vettern.
Die heissen  dann z.B. Yeti oder Bigfoot etc. und sind
sehr oft in Gebirgen auf halber  Höhe angesiedelt, wo in
Vorzeit und Mittelalter freiwillig kaum jemand hinkam.
"Bergsteiger" gabs damals noch nicht - aber eben
Legenden. Beim schlesischen Rübezahl geht man davon
aus, dass ein wahrer Kern  dahintersteckt, ein aus Tirol
zugewanderter Mönch mit Kenntnissen im Bergbau.
Mit dem Profi Reinhold Messner habe ich mal versucht
mich über  dieses Thema auszutauschen, weil er sich sehr
intensiv mit Bergvölkern beschäftigt hat, aber er war
selber dabei ein Buch zu schreiben, das  inzwischen
als "Legende und Wirklichkeit" bei S.Fischer erschienen
ist -  und wollte nicht.
Es steckt also etwas mehr dahinter, als die  kindliche
Einstiegsgeschichte, wo ein starker, aber dümmlicher
Berggeist  mit dem Rübenzählen überlistet wurde.

Joachim Kirsch
 
 
 
 Es gibt eine Geschichte darüber, wie Rübezahl zu seinem Namen kam.
Das er erfunden wurde, liegt sicher an der Besonderheit des Riesengebirges.
Die  Baeume wachsen aus den Steinen. Dicke knorrige Wurzeln krümmen
sich in  eigenartigen Formen über der Erdoberflaeche und taeuschen
sitzende Gestalten vor. Bestens zu sehen ist es beim Haus von Gerhard
Hauptmann "Wiesenstein"  und besonders deutlich bei Buchen. Die Stämme
der Birken sind schneeweiss, sie leuchten zwischen den Buchen, deren glatte
Rinde wie Seide glaenzt. Durch dieses Licht verschwand die sitzende
Gestallt,
beim naeher kommen, auf  unerklaerliche Weise und wurde zur Sage.
Nun die Geschichte, soweit ich weiss: Der Berggeist hatte sich in eine
Prinzessin verliebt, er raubte sie mit ihrer Zofe, und verwahrte sie in
seiner
Höhle und versprach ihr soviel Gold wie Rüben auf dem Felde sind
Zum Schein willigte die Prinzessin in eine Verbindung ein, stellte aber die
Bedingung, dass er die Rüben erst zaehlen müsste. Den naechsten Tag
wollte sie Gewissheit, dass er sich nicht  verzaehlt habe. Den dritten Tag
nutzte sie zur Flucht. Als er am Abend zurück kam, ballte er in seinem
Zorn die Wolken zum "plötzlichen Gewitter" und mit Blitz und Donner
wollte er sie einholen, aber das schaffte er nicht mehr. Seitdem führt
der Berggeist den Namen Rübezahl, raecht sich an falschen Seelen
und hilft den Ehrlichen. So habe ich es in Erinnerung.

 Margarete Reiter

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Publikationsstand dieser Seite:02/04/08

 

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